Die umstrittenste Top-Level-Domain-Bewerbung der Welt

Stetig nimmt die Zahl der potenziellen neuen Top-Level-Domains zu: von Städten wie Berlin, New York oder Paris über Regionen wie Bayern, Saarland, Wales, Kontinenten wie Afrika, Sportarten wie .ski und kulturellen Gemeinschaften wie den Kurden (.kurd) reicht die Bandbreite der Initativen, die sich ihre eigene TLD sichern möchten. Doch bereits seit der letzten Erweiterungsrunde, als beispielsweise Katalonien mit .cat erfolgreich war, hofft das Unternehmen ICM Registry, dass die umstrittene Top-Level-Domain .xxx doch noch in die Rootzone eingetragen wird.

Vor fünf Jahren hatte die ICANN den Antrag von ICM Registry auf die Zuteilung der so genannten „sponsored TLD“ .xxx bereits angenommen. Ein Jahr später widerrief die ICANN diese Entscheidung und lehnte 2007 auch die dritte Bewerbung von ICM ab. ICM strengte daraufhin eine Überprüfung der Entscheidung des ICANN-Vorstands an. Dieses Überprüfungsverfahren kam im April 2010 schließlich zu der Feststellung, dass ICM zurecht auf die ursprüngliche Zusage der ICANN besteht. Die ICANN veröffentlichte daraufhin ein Dokument mit Vorschlägen, wie in der inzwischen politisch aufgeladenen Bewerbung weiter verfahren werden könnte. Im April 2010 sprach sich die “Free Speech Coalition” (FSC), ein Zusammenschluss von Vertretern der Porno- und Erwachsenenunterhaltungsindustrie, öffentlich gegen die Zuteilung der .xxx an ICM Registry aus. Die FSC befürwortet den dritten Kompromissvorschlag der ICANN. Würde dieser Weg gewählt, steht eine erneute Prüfung der Bewerbung von ICM an. In ihrer Erklärung betont die FSC, dass die ICM die Anforderungen einer “sponsored TLD” nie gerecht geworden sei. Im Klartext: die Pornoindustrie möchte nicht, dass .xxx als Top-Level-Domain eingerichtet wird. Auch bei der Internet-Community finden sich nur wenige Anhänger von .xxx. Ob die Top-Level-Domain jemals genutzt werden kann, ist nach wie vor unklar.

Weitere Informationen: xxx-Domain-Endung: ICANN verschiebt Entscheidung